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Swagelok Hamburg

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Innovationsförderung

Innovation erfordert Teamarbeit

Die richtigen Voraussetzungen für Innovationen schaffen

23.05.11 | Autor / Redakteur: Greg Shaw / Claudia Otto 

Offene, ungefilterte Kommunikation ist entscheidend, um zur bestmöglichen Lösung für kundenzentrierte Entwicklungsaufgaben zu kommen.

Obwohl es für Innovationen kein Rezept gibt, sind bestimmte Praktiken hilfreich, um die Bedürfnisse der Kunden besser zu verstehen und zu befriedigen. Zur Innovationskunst gehört es aber auch, sich mit der Entwicklung neuer Technik zu befassen, bevor diese vom Kunden verlangt wird.

„Wenn ich meine Kunden gefragt hätte, was sie wollten, hätten sie gesagt, ein schnelleres Pferd.“ Dieses Zitat von Henry Ford führt in Technologieentwicklungskreisen sicher zu einer Debatte, wie Unternehmen an den Innovationsprozess herangehen sollten. Sollte man direkt auf Kundenwünsche eingehen und bestimmte Herausforderungen ansprechen? Sollte man unter Vorwegnahme von Marktbedürfnissen gewisse Risiken eingehen, wie Ford es mit Automobilen tat?

Es gibt keine klare Antwort. Unternehmen realisieren Innovationen oft durch eine Kombination aus Marktforschung, interner Ideenschöpfung, Kundenwünschen und verschiedenen anderen Faktoren. Oft werden innovative Lösungen auch durch Zufall entdeckt.

Es gibt keine Rezepte für einen methodischen Innovationsprozess

Obwohl es kein Rezept für einen methodischen Innovationsprozess gibt, können Unternehmen von einigen bewährten Praktiken profitieren, wenn sie auf Wünsche von Kunden eingehen.

Das Befolgen eines aus diesen Schritten bestehenden, disziplinierten Verfahrens kann Unternehmen dabei helfen, effektiv auf Kundenanfragen nach neuen Lösungen zu reagieren. Außerdem kann der Prozess die Beziehung zwischen Kunden und Entwickler stärken und zu zukünftiger Zusammenarbeit und beidseitigem Erfolg führen.

Das Finden einer Lösung für die Herausforderung eines Kunden beginnt mit einem klaren Verständnis der Bedürfnisse des Kunden – der echten Bedürfnisse, nicht nur der angegebenen. Entwickler sollten nicht einfach auf den Wunsch reagieren. Sie müssen zuerst tief gehende Fragen stellen, um den Kontext zu klären.

Tief gehende Fragen führen Entwickler zu den Wünschen der Kunden

Beispielsweise: Warum brauchen Sie das gewünschte Produkt oder die Technologie? Wie passt es/sie in ein komplettes System? Welche Prozesse wirken sich auf seine/ihre Leistung aus? Welche Alternativen haben funktioniert und/oder sind fehlgeschlagen? Beim Gewinnen dieser umfassenden Einblicke kann sich zeigen, dass es eine vollständigere Lösung gibt als eine, die nur den anfänglichen Wunsch des Kunden erfüllt.

Beispielsweise wurde das Unternehmen Swagelok von einem Kunden nach einem bestimmten Instrumentierungskugelhahn aus Hastelloy zum Einsatz mit Sauergasanwendungen gefragt. Da Sauergas sowohl giftig als auch korrosiv ist, müssen die Hahnkomponenten aus extrem korrosionsbeständigen Werkstoffen gefertigt sein, um sicherzustellen, dass das Gas ganz eingeschlossen wird.

Durch eine ausführliche Besprechung der Anwendungsanforderungen mit dem Kunden stellte Swagelok fest, dass ein alternativer Drehzapfenkugelhahn aus Alloy 625 eine bessere Wahl hätte sein können. Die Nickel-Chrom-Legierung Alloy 625 war ähnlich korrosionsbeständig wie Hastelloy, aber kostete weniger und hatte eine kürzere Lieferzeit. Außerdem hatte der alternative Hahn eine höhere Druckrate, was zusätzliche Sicherheit für die Anwendung bot. Durch den Wechsel zum alternativen Hahn konnte der Kunde Kosten senken sowie die Lieferzeit und die Anwendungssicherheit verbessern.

Ingenieur dokumentiert technische Details

Offene Kommunikation für kundenzentrierte Entwicklung entscheidend

Offene, ungefilterte Kommunikation ist entscheidend, um zur bestmöglichen Lösung für kundenzentrierte Entwicklungsaufgaben zu kommen. Oft richten Kunden ihre ersten Anfragen an Marketing- und Verkaufsmitarbeiter.

Es ist wichtig, dass diese Personen die Zusammenarbeit zwischen technischen Gruppen auf beiden Seiten unterstützen, damit der Informationsfluss und die Kommunikation zwischen Ingenieuren gewährleistet sind. Ingenieure von beiden Organisationen müssen so früh wie möglich ausführliche Anwendungsinformationen teilen und gemeinsam die technischen Herausforderungen erörtern. Das Zusammenbringen von Menschen, die dieselbe technische Sprache sprechen fördert den Austausch von Informationen, Brainstorming und die Effizienz, während die Gruppen ein tiefes Verständnis des Projekts erreichen.

Bessere Leistung dank anderer Werkstoffe

Als beispielsweise ein Kunde Swagelok mit der Entwicklung eines anwendungsspezifischen Membranventils für hohe Temperaturen mit einer Einsatzrate über 400 °C (752 °F) beauftragte, arbeiteten Ingenieure von beiden Unternehmen zusammen, um die beste Lösung zu finden. Sie stellten gemeinsam fest, dass die Grundfläche des neuen Systems des Kunden nicht mit der des alten Systems übereinstimmen musste.

Durch eine Vergrößerung der Grundfläche konnten sie den Raum zu ihrem Vorteil nutzen und die Systemkomponenten voneinander entfernt platzieren. Dadurch musste der Steuerkopf des Membranventils nicht so hohen Temperaturen ausgesetzt werden, wie zunächst erwartet wurde. Daher konnte Swagelok andere Werkstoffe als ursprünglich geplant verwenden, was zu einer besseren Leistung und niedrigeren Kosten für das neue Ventil führte.

Wären Ingenieure nach Abschluss des Systemdesigns zu dieser Schlussfolgerung gekommen, hätte der Kunde entweder das System neu planen oder die Investition in teurere Ventile akzeptieren müssen. Beide Möglichkeiten hätten die Entwicklungskosten erhöht.

Entwickler sollten selbst potenzielle Marktchancen und Anwendungen erforschen

Technologieentwickler haben bessere Möglichkeiten, zukünftige Kundenwünsche zu erfüllen, wenn sie proaktiv potenzielle Marktchancen und Anwendungen erforschen. Um diesen Vorsprung zu behalten, muss man mit technologischen Entwicklungen in Bereichen wie Korrosionsbeständigkeit, Systemdesigns, Werkstoffkompatibilität und Produktionsprozessen mithalten.

Wenn Entwickler sich mit der internen Entwicklung neuer Technologien befassen, bevor diese von Kunden verlangt werden, gewährleistet dies, dass diese Technologien bei Bedarf richtig eingesetzt werden, um Anwendungsanforderungen zu erfüllen. Dadurch können Entwickler schneller und effektiver auf Kundenbedürfnisse reagieren.

Innovationen regen sich gegenseitig an

Eine innovative Lösung regt oft die Entwicklung einer anderen innovativen Lösung an. Im Bereich Fluidsystemkomponenten beispielsweise entdecken Technologen vielleicht, dass ein Spezialventil für den Öl- und Gasmarkt auch für eine Anwendung in der Kraftwerkbranche geeignet ist. Der Entwickler kann das ursprüngliche Ventil eventuell direkt in die neue Anwendung einsetzen, kleinere Modifikationen vornehmen, damit das Ventil in die neue Anwendung passt, oder zumindest die Konstruktionsprinzipien des ersten Ventils zur Entwicklung des neuen verwenden.

Durch die Adaptierung bestehender Lösungen für neue Anwendungen haben Entwickler mehr Gelegenheiten zur profitablen Nutzung ihrer Innovationen; sie verbessern ihren Ertrag aus ihrer Investition in die technologische Entwicklung.

Prototypen und Tests senken das Entwicklungsrisiko

Mit der Entwicklung früher Prototypen – auch für einzelne Komponenten – können Entwickler Teile testen und verbessern, bevor die Produktentwicklung zu weit fortgeschritten ist. Die Entwickler sollten während eines Projekts Konzepte testen und ständige Machbarkeitsstudien durchführen, um das Potenzial für Erfolg oder Misserfolg zu bestimmen. Dann können, während die Entwicklung fortgeführt wird, Änderungen vorgenommen werden, ohne dass eine umfassende Überarbeitung erforderlich ist.

Teile, die das höchste Risiko oder die größten Herausforderungen darstellen, sollten zuerst getestet werden. Dies gibt Unternehmen bessere Möglichkeiten festzustellen, ob unüberwindbare Hürden bestehen, bevor hohe Investitionen in der Form von Zeit, Energie, Geld oder Wohlwollen getätigt werden.

Machbarkeitsstudien schonen die Ressourcen

Egal wie gut eine Idee ist, nicht jeder Versuch der kollaborativen Entwicklung ist erfolgreich. Denn die potenzielle Lösung ist nicht unbedingt technisch oder wirtschaftlich für das Projekt oder den Markt durchführbar. Möglicherweise kann der Wunsch des Kunden mit den bestehen Ressourcen nicht erfüllt werden. Es ist am besten, dass man so bald wie möglich erkennt, dass ein Projekt nicht das gewünschte Resultat hat, um den Zeit- und Ressourcenaufwand zu minimieren. Wie schon erwähnt, sind ständige Machbarkeitsstudien während des Innovationsprozesses hilfreich, um zu bestimmen, ob und wann ein Projekt abgebrochen werden sollte.

Das Entwickeln neuer Lösungen ist keine exakte Wissenschaft. Unternehmen haben unterschiedliche Methoden für diesen Prozess, aber ein diszipliniertes Verfahren ist stets erfolgversprechend. Zu einem disziplinierten Verfahren gehören das Sammeln aller wichtigen Informationen, die Zusammenarbeit mit den entscheidenden Parteien, das frühe und häufige Prüfen von Lösungen sowie die Verwendung bestehender Lösungen zur Anregung der Entwicklung neuer Lösungen.

* Greg Shaw ist der Leiter der Abteilung Technische Entwicklung bei der Swagelok Co. in 44139 Ohio (USA)

Quelle: Maschinenmarkt, Mai 2011 http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/managementundit/organisation/articles/316677/